Die Stiftung Palma Aquarium hat an der Playa de Palma die spanienweite Kampagne „Aquí Salvamos Tortugas“ (Hier retten wir Schildkröten) vorgestellt. Die von der Stiftung Oceanogràfic ins Leben gerufene Initiative ist nun auch auf den Balearen angekommen und soll die Bevölkerung dafür sensibilisieren, welche entscheidende Rolle sie beim Schutz der Meeresschildkröten spielt.
Höhepunkt des Tages war die Freilassung von Nura, einer Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta), die im Rehabilitationszentrum für Meeresschildkröten der Stiftung Palma Aquarium gesund gepflegt wurde und nach erfolgreicher Rehabilitation nun wieder ins Meer zurückkehren konnte.
Jeden Sommer kommen zahlreiche Meeresschildkröten an die Küsten der Balearen, insbesondere während der Nistsaison. Häufig sind es Einheimische oder Touristen, die als Erste eine verletzte Schildkröte entdecken oder ein Weibchen beobachten, das zur Eiablage an den Strand gekommen ist.
Ziel der Kampagne „Hier retten wir Schildkröten“ ist es, die Bevölkerung darüber zu informieren, wie sie sich in solchen Situationen richtig verhält. Denn das richtige Handeln kann entscheidend dafür sein, ob das Tier überlebt.
Die Botschaft ist einfach:
Im Mittelpunkt des Tages stand Nura, eine Meeresschildkröte, die in das Rehabilitationszentrum eingeliefert wurde, nachdem sie mit einer schwer verletzten Flosse im Meer treibend entdeckt worden war. Sie hatte sich in einem gewebten Kunststoffsack verfangen. Der Druck, den das Abfallmaterial auf die Flosse ausübte, hatte irreversible Schäden verursacht. Um ihr Leben zu retten, musste das Veterinärteam die Flosse amputieren.
Nach mehreren Wochen intensiver Behandlung, tierärztlicher Betreuung und Rehabilitation machte Nura große Fortschritte. Sie gewann ihren Appetit zurück, konnte wieder normal schwimmen und wurde zunehmend kräftiger, bis sie schließlich von den Tierärzten für die Rückkehr ins Meer freigegeben werden konnte. Ihre Freilassung markiert den erfolgreichen Abschluss eines langen Genesungsprozesses und gibt ihr die Chance, künftig wieder zum Erhalt ihrer Art beizutragen.
An der Veranstaltung nahmen unter anderem Jorge Moreno, Leiter der Abteilung für Naturräume der Generaldirektion für Natur und Forstwirtschaft der balearischen Landesregierung, sowie Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Gemeinden teil, die sich der Kampagne angeschlossen haben.
Mit dabei waren auch die Kinder aus dem Sommercamp des Palma Aquariums. Sie hatten zuvor an einem Vortrag eines Mitarbeiters der Stiftung Palma Aquarium teilgenommen und dabei mehr über die Biologie der Meeresschildkröten, die Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, sowie über das richtige Verhalten beim Fund einer Meeresschildkröte oder eines Schildkrötennestes erfahren.
Mit dieser Präsentation schließen sich die Balearen offiziell der Kampagne „Hier retten wir Schildkröten“ an. Die Gemeinden Palma, Muro, Capdepera, Sant Llorenç des Cardassar, Sant Joan de Labritja, Maó und Formentera beteiligen sich bereits.
In den kommenden Monaten wird die Kampagne mit Informationsmaterial an Stränden und Strandpromenaden vertreten sein, um Einheimische und Besucher darüber aufzuklären, wie sie sich beim Fund einer Meeresschildkröte oder eines Schildkrötennestes richtig verhalten.
Der Schutz der Meeresschildkröten hängt nicht allein von spezialisierten Fachkräften ab. Oft ist die erste Person, die ein verletztes oder in Not geratenes Tier entdeckt, entscheidend für dessen Überleben.
Deshalb bittet die Stiftung Palma Aquarium alle Bürgerinnen und Bürger, sich eine einfache Botschaft zu merken: Wenn Sie eine verletzte Meeresschildkröte oder eine Schildkröte bei der Eiablage entdecken, halten Sie Abstand und rufen Sie den Notruf 112.
Schon mit wenigen einfachen Maßnahmen kann jeder dazu beitragen, eine der bedeutendsten Arten des Mittelmeers zu schützen.