In der Arbeit für den Meeresschutz sind es oft die kleinen Erfolge, die mit der Zeit einen großen Unterschied bewirken können. Ein solcher Erfolg gelang am 24. Juli, als das Expertenteam der Stiftung Palma Aquarium 55 Jungfische der Seenadeln (Syngnathus typhle) in einem nach der FFH-Richtlinie geschützten Gebiet in der Bucht von Portocolom auswilderte.
Es handelt sich um die erste Auswilderung von Tieren, die im Rahmen des Projekts Seenadeln geboren wurden. Die Initiative, die von der Stiftung Palma Aquarium gemeinsam mit der Marilles Foundation und mit Unterstützung der TUI Care Foundation ins Leben gerufen wurde, hat zum Ziel, die wissenschaftlichen Kenntnisse über diese Arten zu erweitern und zu ihrem Erhalt beizutragen.
Die 55 Seenadel-Jungfische wurden im Palma Aquarium geboren und verbrachten ihre ersten Lebensphasen in einer kontrollierten künstlichen Umgebung, wo sie versorgt wurden, bis sie eine Größe von 8 bis 18 Zentimetern erreicht hatten.
Mit dieser ersten Auswilderung beginnt für die Jungfische ein neuer Lebensabschnitt in ihrem natürlichen Lebensraum. Sie bildet zugleich den Abschluss monatelanger Arbeit, intensiver Beobachtung und engagierter Betreuung durch das Expertenteam.
Obwohl sie nahe Verwandte der Seepferdchen sind, gehören Seenadeln noch immer zu den am wenigsten bekannten Fischarten an den Küsten der Balearen. Dank ihrer außergewöhnlichen Tarnfähigkeit und ihrer engen Bindung an Seegraswiesen bleiben sie meist unbemerkt.
Ihr Schutz ist jedoch von besonderer Bedeutung. Im Roten Buch der Fische der Balearen werden fünf Seenadelarten mit unterschiedlichem Gefährdungsstatus aufgeführt: Zwei gelten als regional ausgestorben, zwei als potenziell gefährdet und eine als gefährdet. Angesichts der Zerstörung küstennaher Lebensräume und anderer Belastungen des Meeres ist es daher unerlässlich, die Forschung fortzusetzen und weitere Maßnahmen zum Schutz dieser Arten zu entwickeln.
Die Auswilderung wurde durch die Zusammenarbeit zahlreicher Organisationen ermöglicht, die sich für den Schutz des Balearischen Meeres engagieren. Die Stiftung Joves Navegants, der Club Nàutic Portocolom und MedGardens by Cleanwave stellten die Boote für den Transport des Expertenteams und der Tiere zum Auswilderungsgebiet zur Verfügung. Auch der Posidonia-Überwachungsdienst beteiligte sich an der Aktion, während der Tauchclub 7 Mares die erforderliche Tauchausrüstung bereitstellte. Darüber hinaus dokumentierte Cleanwave die Auswilderung mit Fotos und Videos.
Die Auswilderung dieser 55 Jungfische ist weit mehr als nur eine Freilassung. Sie ist das Ergebnis monatelanger Forschung und koordinierter Zusammenarbeit und markiert zugleich den Beginn einer neuen Phase des Projekts Seenadeln.
Mit Initiativen wie dieser setzt die Stiftung Palma Aquarium ihr Engagement für Maßnahmen fort, die Forschung, Nachzucht, Umweltbildung und Naturschutz miteinander verbinden, um die marine Artenvielfalt zu schützen und das Wissen über so außergewöhnliche Arten wie die Seenadeln weiter zu vertiefen.